Die Genehmigungszahlen sind ein guter Frühindikator dafür, wie der Wohnungsbau sich in den kommenden zwei bis drei Jahren entwickeln könnte. Ob aber die Bauherren den genehmigten Bauplänen aber Bautätigkeit folgen lassen, machen sie abhängig von den Kosten. Und genau da liegt das Problem.
Preissteigerungen dämpfen Aussichten
Die Neubaupreise für Wohngebäude sind im Mai um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen – gleichzeitig stiegen die Zinsen infolge des Inflationsdrucks durch den Iran-USA-Konflikt. Material, Energie und Finanzierung verteuern sich somit gleichzeitig – deswegen trägt für viele Bauherren die Kalkulation am Ende nicht mehr.
Hebelwirkung von Förderprogrammen nutzen
Ein wichtiger Hebel ist die Förderkulisse – diese muss dringend nachjustiert werden. Die Zinsen im EH-55-Programm sind noch immer zu hoch und vor allem zu schwankend. Die Förderung muss verlässlich über mehrere Jahre angelegt sein und nicht nur bis Ende des Jahres 2026 unter Mittelvorbehalt. Zinsgünstige und -stabile Darlehen wären für viele Menschen das entscheidende Signal, privates Kapital für den Wohnungsbau zu aktivieren. Bauherren und ausführende Bauunternehmen brauchen sehr schnell Klarheit über die Höhe und die Konditionen für die Neuordnung der KfW-Förderung im Jahr 2027.
Zusätzliche Hebel wären eine Sonder-AfA, die endlich an den Energieeffizienz-Standard EH-55 gekoppelt wird statt an EH-40 und eine Freistellung von Ersterwerbern bei der Grunderwerbssteuer.

