minimieren
maximieren

Konjunkturumfrage LBB - Herbst 2020

Eine Umfrage unter den Mitgliedsbetrieben des bayerischen Baugewerbes ergab folgendes Bild: Über das gesamte Jahr 2020 gesehen wird sich der baugewerbliche Umsatz in Bayern wohl im Vorjahresvergleich leicht im Plus halten können. Erfreulich ist die Umsatzentwicklung im Wohnungsbau. Mehr als die Hälfte der Baubetriebe hatten eine unverändert (gute) Umsatzentwicklung wie im Vorjahr und nur bei 13% der Unternehmen verringern sich die Umsätze. Im Gewerbebau realisierten zwar auch die gute Hälfte der Betriebe (54%) Umsätze wie im Vorjahr. Aber bei mehr als jedem dritten Unternehmen (37%) verringern sich in 2020 die Umsätze gegenüber dem Vorjahr. Im Öffentlichen Bau ist die Lage vergleichbar. Ähnlich ist die Situation im Straßenbau und im sonstigen Tiefbau: Ein Drittel der Straßen- und Tiefbauer verzeichnen 2020 einen Umsatzrückgang, aber zwei Drittel konnten ihre Umsätze halten oder verbessern. 

Zudem wollten wir von unseren Mitgliedsunternehmen wissen, ob die Corona-Pandemie ihre Auftragslage negativ beeinflusst hat. Für knapp zwei Drittel der Unternehmen ist dies glücklicherweise nicht der Fall. 37% der Firmen spüren allerdings zurückgehende Auftragseingänge, die sie auf die Corona-Krise zurückführen.

2021 ist auch für die Bauwirtschaft mit großen Unsicherheiten verbunden. Im Öffentlichen Bau wirken sich das aufgrund der Corona-Krise entstandene Milliarden-Minus in den Kassen der bayerischen Kommunen und die fehlenden Personalkapazitäten aus. Die Zahl der Ausschreibungen nimmt deutlich ab. Mehr als die Hälfte aller befragten Straßenbauunternehmen erwartet sinkende Umsätze in 2021. Auch im Öffentlichen Hochbau, also etwa beim Bau von Schulen und Krankenhäusern, rechnet etwas mehr als die Hälfte der Betriebe in 2021 mit verringerten Umsätzen.

Die Baupreise waren in diesem Jahr relativ niedrig. Mittelfristig werden die Baupreise aber nach Auffassung der bayerischen Bauspitzenverbände ansteigen. Dies wird von den Ergebnissen der Herbst- Konjunkturumfrage der Bauwirtschaft bestätigt. 84 Prozent der Umfrageteilnehmer erwarten 2021 steigende Einkaufspreise für Baustoffe und Rohmaterial. Die Preissteigerungen im Einkauf werden sich aber kurzfristig wohl noch nicht überall auf die aufgerufenen Baupreise auswirken, welche die Bauherren bezahlen müssen. Bislang geht nur rund ein Drittel der Unternehmen davon aus, die Verkaufspreise für Bauleistungen im kommenden Jahr erhöhen zu können bzw. zu müssen. Mehr als die Hälfte der Betriebe (53%) rechnet mit in etwa gleich bleibenden Verkaufspreisen.

Quelle: Mitgliederumfrage des Landesverbands Bayerischer Bauinnungen; eigene Auswertung