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Geplante Novelle des Klimaschutzgesetzes: Bayern auf dem Holzweg

„Klimagerechtes Bauen ist allein durch die Verwendung von Holz nicht zu erreichen. Eine einseitige Förderung des Holzbaus wird in der Lebenszeitbetrachtung der Gebäude nicht zu einer CO2-Reduzierung führen. Wir fordern die Staatsregierung daher auf, den Weg der Technologieoffenheit und Baustoffneutralität nicht zu verlassen und auf die einseitige Bevorzugung und Förderung des Holzbaus zu verzichten. Nur so kann sich in einem fairen Wettbewerb die für das jeweilige Bauvorhaben beste, innovativste und umweltfreundlichste Bauweise durchsetzen.“ So reagiert der Präsident des Landesverbands Bayerischer Bauinnungen Wolfgang Schubert-Raab auf die Regierungserklärung des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder zum Klimaschutz am 21. Juli 2021 vor dem Landtag.

Der Holzbau hat in Bayern aktuell im Hoch- und Ingenieurbau einen Markanteil von 17 Prozent und soll nach dem Willen der Staatsregierung mit einer Holzbau-Initiative auf 20 Prozent gesteigert werden. Schubert-Raab: „Schon diese Zahlen zeigen, dass der eigentliche Hebel für den Klimaschutz bei den mineralischen Bauweisen liegt. Sie sind die Lösung, nicht das Problem und in vielen Bereichen des Hochbaus, vor allem aber des Tiefbaus, nicht durch Holz ersetzbar. Die Holzbauweise hat in einigen Bereichen Vorteile, insbesondere durch ihr geringes Gewicht. Was die CO2-Reduktion angeht, ist sie allenfalls eine temporäre Lösung. Wenn Holzbauten am Ende ihrer Nutzungszeit rückgebaut und thermisch verwertet werden müssen, verpufft der Speichereffekt. Experten raten daher, den Wald als CO2-Speicher zu betrachten und die Wälder klimaresilient umzubauen.

Massivbaustoffe haben mit rund 34 Prozent schon heute eine hohe Recyclingquote. Eine noch stärkere Nutzung der „grauen Energie“ des Gebäudebestands sowohl bei der Sanierung als auch beim Neubau bietet großes CO2-Einsparpotential. Damit kann der ökologische Fußabdruck von massiven Bauwerken weiter verkleinert werden. Schubert-Raab: „Beim Recycling von mineralischen Baustoffen wäre technisch noch viel mehr möglich. Aber wir kommen nicht vorwärts, weil es an der Akzeptanz von Recyclingbaustoffen fehlt. Hier muss der Gesetzgeber auf Bundesebene schleunigst die Rahmenbedingungen verbessern. Bayern sollte mit gutem Beispiel vorangehen und bei Bauvorhaben des Freistaats bewusst auf Recyclingbaustoffe setzen.“

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Holger Seit
Rechtsanwalt Dipl.-Phil.
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