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Stimmungshoch im Bayerischen Bau- und Ausbaugewerbe

Das Bayerische Bau- und Ausbaugewerbe befindet sich zum Start ins Winterhalbjahr im Stimmungshoch. Noch nie seit 2005 haben die Betriebe ihre Konjunkturaussichten so positiv bewertet wie in diesem Herbst. Rund 75 Prozent der Betriebe sprechen von einer guten bis sehr guten Geschäftslage und nur zwei Prozent sieht die Lage schlecht.

Das Konjunkturbarometer der Landesvereinigung Bauwirtschaft Bayern (LVB) zeigt, dass die Branche bessere Gewinne erwirtschaftet als vor einem Jahr. LVB-Sprecher Hans Auracher sieht den nächsten Monaten optimistisch entgegen. Die Nachfrage liege über dem Niveau des Vorjahres, die Auftragsbücher seien im Ausbausektor neun und im Baustoffsektor elf Wochen im Voraus gefüllt. „Wir profitieren schlicht und einfach von der starken Binnenkonjunktur, die von den privaten Ausgaben und gestiegenen staatlichen Investitionen angetrieben wird.“ Laut Umfrage erwartet gut die Hälfte der Betriebe auch im sonst schwächeren Winterhalbjahr gute oder sehr gute Geschäfte. Nur vier Prozent sind pessimistisch.

Bei Ausbildung und Beschäftigung ist die Tendenz positiv: 16 Prozent der Ausbaubetriebe wollen ihr Personal in den nächsten Monaten aufstocken, nur acht Prozent müssen Jobs abbauen. Drei Viertel der Ausbaubetriebe werden die Zahl der Beschäftigten stabil halten. Trotz der saisonüblichen Flaute im Winter wollen zwölf Prozent der Baubetriebe zusätzlich Mitarbeiter einstellen - elf Prozent sehen sich gezwungen, Mitarbeiter freizustellen. „Viele Betriebe werden es trotz erhöhtem Bedarf schwerer haben, zusätzliche Mitarbeiter einzustellen. Durch den Fachkräftemangel sind vielen die Hände gebunden“, sagte Auracher.

Der LVB-Sprecher wies auch auf die statistischen Daten hin, wonach die Umsätze im bayerischen Wohnungsbau im ersten Halbjahr um 14 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro zulegten. Laut Statistischem Landesamt wurden bis zum Sommer rund ein Viertel mehr Wohnungen genehmigt als im Vorjahr. „Obwohl tatsächlich mehr Wohnungen fertiggestellt werden, wird der Bedarf bei Weitem nicht gedeckt“, so Auracher.

Als existenzielle Gefahr für die gesamte Branche sieht die LVB die geplanten Innenstadt-Fahrverbote für Dieselfahrzeuge, die nicht Abgasklasse Euro 6 erreichen. Die Rückmeldungen aus den Betrieben zeigen, dass bei weit mehr als der Hälfte der Unternehmen mehr als drei Viertel der Fahrzeugflotte betroffen wäre. Nur 15 Prozent der Bau- und Ausbauhandwerker wären mit weniger als 25 Prozent ihrer Flotte betroffen. Die ursprünglichen Pläne seien zwar zurückgenommen, aber nicht endgültig vom Tisch, so Auracher. Der LVB-Sprecher sieht die bisher veröffentlichten Regelungen faktisch als „Arbeitsverbot und Baustopp“.

Denn damit würde der Transport von Materialien, Maschinen, aber auch von Mitarbeitern unmöglich. Ein schneller Umtausch und eine aufwendige Umrüstung wären für die meisten nicht bezahlbar. Durch diese Umweltauflagen würden neue Wohnungen verstärkt am Stadtrand entstehen. Das würde den Wohnungsmangel in den Städten verschärfen und zusätzliche Pendlerströme auslösen. Auracher, selbst Unternehmer, wies darauf hin, dass viele Betriebe die Fahrzeuge im Vertrauen auf die damals geltenden Abgasnormen gekauft haben. Das Ziel der geringen Stickoxid-Emissionen kann nach seinen Worten nur in einem Gesamtpaket erreicht werden: Dazu müssten die Schadstoffe an allen Emissionsquellen reduziert werden. Außerdem sollte der Staat die Modernisierung der Fahrzeuge steuerlich fördern. Auracher forderte die Bundesregierung auf, dieses Gesetz „nicht nur auf Eis zu legen, sondern es im Papierkorb verschwinden zu lassen“.

(Alle detaillierten Umfrageergebnisse mit regionaler Auswertung finden Sie wie immer im Konjunkturbarometer.)

Pressestelle

Holger Seit
Rechtsanwalt Dipl.-Phil.
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