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Bayerisches Baugewerbe fordert zügige Umsetzung des Konjunkturpakets und Förderung des Wohnungsbaus

Helmut Hubert, Präsident der Bayerischen Baugewerbeverbände, forderte heute anlässlich des Tags des Bayerischen Baugewerbes in Bad Reichenhall angesichts der drastischen Auftrags- und Umsatzeinbrüche im Wohnungs- und Gewerbebau die zügige Umsetzung des Konjunkturpakets II durch Freistaat und Kommunen und eine Reihe von steuerpolitischen Maßnahmen, um dem Wohnungsbau neue Impulse zu verleihen.

„Der Bau neuer Wohnungen muss in seinen sozial-, wirtschafts- und klimapolitischen Dimensionen landes- und bundespolitisch ganz oben auf die Agenda gesetzt werden. Bayerns Bevölkerung und die Zahl der Haushalte werden weiter wachsen. Gleichzeitig wird die Bevölkerung immer älter. Der stark überalterte Wohnungsbestand und eine viel zu geringe Fertigstellungszahl von nur noch rund 30.000 Wohnungen in ganz Bayern im vergangenen Jahr werden dem Bedarf bei weitem nichtgerecht. Deshalb müssen Selbstnutzer und Investoren mit steuerlichen Instrumenten motiviert werden, zu bauen“, stellte Hubert fest.

Das Bayerische Baugewerbe erwartet einen Rückgang des baugewerblichen Umsatzes im laufenden Jahr um -2%. Verantwortlich hierfür sind der Wohnungsbau und der Gewerbebau. So wird die Zahl der Wohnungsfertigstellungen auf weniger als 30.000 Einheiten zurückgehen, während der von der Aktionsgemeinschaft für den Wohnungsbau in Bayern in Zusammenarbeit mit namhaften Forschungsinstituten ermittelte Gesamtbedarf bei etwa 80.000 Wohnungen pro Jahr liegt. War der Wirtschaftsbau in den vergangenen beiden Jahren noch eine wichtige Stütze der Baukonjunktur, so wirkt sich jetzt die Wirtschaftskrise empfindlich aus. Das Baugewerbe erwartet in diesem Bausektor einen Rückgang um -9 bis -10 Prozentpunkte. Zwar könnten sich die durch die Konjunkturprogramme ausgelösten Investitionen Konjunktur stützend auswirken. Allerdings stimulieren diese nur die öffentliche Nachfrage. Anreize für private Immobilieninvestitionen fehlen nach wie vor. Angesichts eines Volumens des Öffentlichen- und Verkehrsbaus von knapp 30% am gesamten baugewerblichen Umsatz reicht eine Nachfragesteigerung der öffentlichen Hand nicht aus, um die Einbrüche im Wohnungs- und Gewerbebau wettzumachen.

„Wenn die öffentliche Hand die Mittel zügig in Baumaßnahmen umsetzt, wird der öffentliche Bau in diesem Jahr zumindest einen noch stärkeren Konjunktureinbruch verhindern können. Die steuerliche Förderung des Wohnungsbaus, etwa durch die Wiedereinführung der degressiven AfA, ist aber unbedingt notwendig“, resümierte Helmut Hubert die konjunkturelle Situation.

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Holger Seit
Rechtsanwalt Dipl.-Phil.
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