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Nachhaltiges Bauen

Für nachhaltiges Bauen

Worum geht es?

Nachhaltigem Bauen gehört die Zukunft. Es ist ressourcenschonend, innovativ und energieeffizient und deshalb ÖKOLOGISCH. Es ist funktional, flexibel, hochwertig und deshalb WERTBESTÄNDIG. Und es ist bezahlbar, gesund und integrativ und deshalb SOZIAL. Diese Kriterien stehen untereinander in enger Wechselwirkung. Baupolitische Maßnahmen zur Förderung der Nachhaltigkeit müssen also eine ökologische, wertbeständige und soziale Bauweise im Blick haben. Massivbaustoffe sind dabei unverzichtbar. 

Was wollen wir erreichen?

Nachhaltiges Bauen muss in der gesamten Wertschöpfungskette Bau politisch gefördert werden. Dazu zählen folgende Maßnahmen:

1. Technologieoffener Klimaschutz bei der Baustoffauswahl

  • Baustoffe sind unter ökologischen, ökonomischen und bautechnischen Aspekten über den Lebenszyklus zu betrachten. Eine technologieoffene Baustoffauswahl ist innovationsfreundlich und hierfür Voraussetzung. 
  • Abbau- und Herstellungsprozesse für Baustoffe müssen dekarbonisiert und Forschungsaktivitäten auf Treibhausgasneutralität ausgerichtet werden. Dazu bedarf es massiver Investitionen, die nur auf Basis eines technologieoffenen Innovationswettbewerbs Erfolg haben können. 
  • Die positiven Effekte von Kohlenstoffspeicher- und Wiederaufnahmepotenzialen von massiven Baustoffen sind bei der CO2-Bilanz von Baustoffen zu berücksichtigen.

2. Ressourceneffizient Bauen und Potenziale der Kreislaufwirtschaft fördern

  • Heimische Rohstoffe und Sekundärbaustoffe sind stärker zu nutzen. Eine Primärrohstoffsteuer lehnen wir ab, stattdessen sind die bestehenden Potenziale zur Stärkung der Kreislaufwirtschaft durch eine tatsächliche Marktöffnung für den Einsatz von mineralischen Recyclingbaustoffen besser zu nutzen.
  • Qualitätsgesicherte mineralische Recyclingbaustoffe sind wertvolle Rohstoffe. Sie sind natürlichen Rohstoffen gleichwertig. Deshalb muss die neue Ersatzbaustoffverordnung deren Produktstatus festschreiben. 
  • Eine ressourceneffiziente Nutzung von Rohstoffen ist nur möglich, wenn sie über ihre Erstverwendung hinaus lange im Wirtschaftskreislauf belassen werden. Dazu muss das Recycling oder die Wiederverwendung schon beim Design der Bauprodukte und in der Planungsphase des Bauwerks mitgedacht werden.

3. Hohe Gebäudeenergieeffizienz in Neubau und Bestand fördern

  • Die Energieeffizienz neuer und bestehender Gebäude muss besser werden. Die Effizienzstandards für die Dämmung steigen in den kommenden Jahren weiter. Wohnen muss jedoch für alle bezahlbar bleiben. Staatliche Förderprogramme müssen angepasst an die gesetzlich geforderten Energieeffizienzstandards eine ausreichende finanzielle Förderung bieten, um die hohen Kosten für Bauherren abzufedern. 
  • Die derzeitige energetische Sanierungsrate im Gebäudebestand liegt bei etwa 1 % und soll auf mindestens 2 % angehoben werden. Um für möglichst viele Bauherren und Eigentümern geeignete Anreize zu schaffen, sind Information und Förderung der richtige Ansatz. Die stufenweise Sanierung durch Einzelmaßnahmen muss dabei ebenso möglich sein wie eine Komplettsanierung nach einem Sanierungsfahrplan. 

4. Einfache Bewertung nachhaltiger Bauwerke

  • Um das Verständnis und die Idee des nachhaltigen Bauens einem breiten Bauherren- und Eigentümerkreis zu erschließen, bedarf es umfangreicher Information und Aufklärung. Die dazu erforderlichen Daten müssen eine einfache Bewertung des Bauwerks von der Planung über die Ausführung bis zum Rückbau, also über den kompletten Lebenszyklus ermöglichen.
  • Die Systeme zur Bewertung und Zertifizierung nachhaltiger Bauwerke müssen einfacher, weniger komplex sowie preiswerter werden, damit sie auch für private Bauherren attraktiv sind. 

5. Vom einzelnen Gebäude zum Quartiersmanagement

  • Einzelne Gebäude können in unterschiedlicher Weise ihren speziellen Beitrag zur Erreichung der Klima- und Nachhaltigkeitsziele beitragen. Betrachtet man ganze Quartiere, eröffnen sich neue Wege in der Energieversorgung und Mobilität. Hier ist die Stadtplanung aufgefordert, integrierte Konzepte zu entwickeln. 
  • Die energetische Sanierung sollte im Rahmen der Städtebauförderung auch durch klimafreundliche Quartierslösungen gefördert werden. 

6. Ausbau der Verkehrsinfrastruktur strategisch weiterentwickeln

  • Das vorhandene Verkehrsinfrastrukturnetz muss durch massive Sanierungs-, Erhaltungs- und Neubaumaßnahmen weiterentwickelt und ausgebaut werden. Nur so ist die von der Gesellschaft benötigte Mobilität, aber auch gleichzeitig die Flexibilität, kurze und klimaschonende Transportwege zu wählen, umsetzbar.  
  • Der ökologische Fußabdruck lässt sich durch den stärkeren Einsatz von Recyclingmaterialien und hochwertige Bauweisen verringern. 

7. Auftragsvergabe der öffentlichen Hand muss nachhaltiger werden

  • Die öffentliche Hand (Bund, Länder und Kommunen) müssen in ihren Ausschreibungen und Vergaben von Baumaßnahmen standardmäßig Recycling-Materialien stärker berücksichtigen.
  • Produktneutralität und Technologieoffenheit sind zu gewährleisten. 
  • Unter dem Aspekt des Ressourcenschutzes muss bei gleicher Eignung Recycling-Baustoffen der Vorzug zu geben. 
  • Bei den Primärbaustoffen sollte zunehmend auf regionale und nachwachsende Produkte geachtet werden. 
  • Die öffentliche Hand muss bei ihren Ausschreibungen die Möglichkeit der Nebenangebote zulassen, so dass die Auftragnehmer umweltfreundliche Alternativen platzieren können. 

8. Stabile Rahmenbedingungen für das Baugewerbe

  • Um die steigende Nachfrage nach Bauleistungen bedienen und den neuen Anforderungen an Bauen in Zusammenhang mit der Nachhaltigkeit gerecht zu werden, wird das Baugewerbe hohe zusätzliche Investitionen tätigen und personelle Kapazitäten aufbauen.
  • Bund, Länder und Kommunen müssen für langfristig stabile Rahmenbedingungen sorgen, damit Planungs- und Handlungssicherheit gewährleistet sind. 
  • Ständige ordnungspolitische Eingriffe/Anpassungen schaffen diese Sicherheit nicht. Beim Stellen neuer Anforderungen ist der Impuls auf die Investitionsneigung im Blick zu behalten.

Foto: Diepold GmbH & Co. Bauunternehmung KG