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Digitalisierung Bauwirtschaft

Für eine digitale Zukunft der Bauwirtschaft

Worum geht es?

Die digitale Transformation aller Lebens- und Wirtschaftsbereiche ist in vollem Gange. Auch das Baugewerbe befindet sich im Transformationsprozess. Das birgt Chancen und Risiken. Digitale Anwendungen sollen grundsätzlich ermöglichen, Prozesse effizienter zu gestalten. Eine weitere Triebfeder der Digitalisierung ist es, dass zukünftige Anforderungen an die Dokumentation der Nachhaltigkeit von Bauprojekten überhaupt nur mit digitalen Hilfsmitteln erfüllbar sein werden. Bauunternehmen müssen die Digitalisierung daher zur Chefsache machen. Daneben brauchen aber gerade kleine und mittlere Unternehmen, die den Großteil der Bayerischen Bauwirtschaft ausmachen, Unterstützung und passende Rahmenbedingungen, um nicht auf der Strecke zu bleiben. 

Was wollen wir erreichen?

1. Leistungsfähige digitale Infrastruktur in allen Regionen Bayerns

Viele leistungsfähige Unternehmen des Bayerischen Baugewerbes haben ihren Sitz im ländlichen Bereich. Um moderne digitale Anwendungen nutzen zu können, bedarf es des flächendeckenden Ausbaus einer hochleistungsfähigen Telekommunikationsinfrastruktur. Da gerade im Baugewerbe digitale Anwendungen zunehmend auch auf ständig wechselnden Baustellen zum Einsatz kommen, muss vor allem auch die flächendeckende Leistungsfähigkeit des Mobilfunknetzes dringend verbessert werden. 

2. Digitale Bauherrenkompetenz 

Viele Bauunternehmen haben in den vergangenen Jahren digitales Know-How im Unternehmen aufgebaut. Diese Kompetenz geht wieder verloren, wenn sie nicht eingesetzt werden kann. Deshalb müssen gerade auch öffentliche Auftraggeber mit ausreichend qualifizierten Personal besetzt sein, um ihrerseits in der Lage zu sein, Bauprojekte digital abzuwickeln. 

3. Einheitliche Richtlinien, Standards und Verträge für öffentliche Auftraggeber

Gerade für kleine und mittlere Unternehmen ist unzumutbar, dass sie sich, je nachdem, ob sie für den Staat, einen Landkreis oder ein Kommune arbeiten, jedes Mal wieder auf neue digitale Standards einstellen müssen. Sie benötigen bayernweit einheitliche Standards bei allen öffentlichen Auftraggebern. 

4. Herstelleroffene standardisierte Schnittstellen schaffen

Im Baubereich gibt es seit vielen Jahren mit den GAEB-Dateien in Format und Aufbau einheitliche Formate zum Austausch von Informationen. Damit können unabhängig vom betrieblich eingesetzten EDV-Programm bereits erfasste Daten eines Bauprojekts anderen Baubeteiligten zur Weiterverarbeitung elektronisch zur Verfügung gestellt werden. Ein entsprechender offener Standard ist auch für den Austausch der Projektbeteiligten in einem BIM-Projekt erforderlich. 

5. Einheitliche Ausschreibungsdatenbank für alle öffentlichen Auftraggeber 

Derzeit müssen Bieter Informationen zu öffentlichen Ausschreibungen bei einer Vielzahl von Plattformen recherchieren. Hierzu bedarf es unterschiedlicher Anwendungen die jeweils aktuell gehalten werden müssen. Das muss dringend geändert werden. Eine verpflichtende Bekanntmachungsplattform für alle Vergaben auch unterhalb der EU-Schwellenwerte ist aus unserer Sicht unverzichtbar. Bis dahin ist für die Abwicklung elektronischer Vergaben ein Multibieterclient zu entwickeln, so dass mit nur einer Anwendung die Einreichung von Angeboten auf verschiedenen Plattformen möglich ist. 

6. Grundsätzliche Trennung von Planen und Bauen beibehalten

Die Digitalisierung zwingt keineswegs dazu, von der bisher im öffentlichen Auftragsbereich erfolgreich praktizierten Trennung zwischen Planung und Bauausführung abzuweichen. Eine zusammengefasste Vergabe von Planungs- und Bauleistungen an einen Auftragnehmer wird der Struktur und den Kompetenzen der kleinteilig strukturierten Planungsbüros und Betriebe des Bauhauptgewerbes nicht gerecht. 

7. Digitale Kompetenz in allen Schularten vermitteln

Ein wesentliches Hemmnis für die Digitalisierung der Bauunternehmen sind fehlende Fachkräfte mit digitalen Fähigkeiten. Digitale Grundkompetenzen müssen daher verstärkt in allen Schulformen von der Einschulung an vermittelt werden. Auch an den Hochschulen gibt es in diesem Bereich erheblichen Nachholbedarf.

Foto: LBB