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Entwicklung der Baupreise und Baukosten

Die Baupreise haben im Jahr 2018 durchschnittlich um 5,5 Prozent zugelegt. Dies ist maßgeblich bedingt durch den Anstieg der Baukosten im Jahr 2018 (Quelle: Stat. Bundesamt):

  • Lohnkosten: 5,7 Prozent (Tarifabschluss)
  • Kosten für Betonstahl: 10 Prozent
  • Kosten für Bitumen: 30 Prozent

Aber auch mittel- bis langfristig ergeben sich signifikante Baukostenanstiege:

  • Bodenaushub: 100 Prozent (seit 2013)
  • Betonstahl: 48 Prozent (seit 2016)
  • Baustahlmatten: 40 Prozent (seit 2016)
  • Bitumen: 62 Prozent (seit 2016)
  • Diesel: 27 Prozent (seit 2016)

 

Worum geht es?

Immer komplexere staatliche Regulierungen (Energieeffizienz, Statik, Brandschutz, Umweltgesetze etc.) verteuern das Bauen sowohl in der eigentlichen Bau- als auch in der Genehmigungsphase, da sie diese verlängern. In dieser Zeit steigen die Materialpreise weiter an. Die Kostenexplosion für Grundstücke – speziell in den bayerischen Ballungsräumen – hat auch immense Auswirkungen auf die Anschaffungspreise für Immobilien. Betrug 2009 der Kostenanteil für das Baugrundstück im Schnitt 30 Prozent der Baukosten, hat sich dieser Anteil auf rund 60 Prozent verdoppelt. Insgesamt bleibt die Baupreisentwicklung aber deutlich hinter der Verbraucherpreisentwicklung (= Inflationsrate) in den vergangenen Jahrzehnten zurück.

Was wollen wir erreichen?

Bund, Länder und Gemeinden werden aufgefordert, Ausschreibungen realistische Kostenschätzungen zugrunde zu legen und erst dann auszuschreiben, wenn diese vorliegen. Politisch motivierte Kostenwünsche kommen allzu oft als Grundlage von Ausschreibungen zum Tragen – oftmals in der Praxis mit der Folge, dass erfolgte Ausschreibungen aufgehoben oder (vermeintliche) Projektkostensteigerungen auf Basis des politischen Wunschpreises ausgewiesen werden müssen.

Ausschreibungsverfahren sollten zeitlich zügig umgesetzt werden – nur so können die tatsächlichen Baukosten realistisch geschätzt und angesichts der schnell steigenden Baukosten verhältnismäßig günstig umgesetzt werden. Vergeht zu viel Zeit zwischen Ausschreibung und tatsächlichem Baubeginn kommt es oftmals zu kostenträchtigen Nachträgen.

Der Gesetzgeber wird aufgefordert, sämtliche Gesetzgebungsvorhaben vor Erlass auf ihre Auswirkungen auf Baukosten hin zu überprüfen. Baukostensteigernde Gesetzesvorhaben sollten nicht oder nur zurückhaltend umgesetzt werden.

 

 

Bild: Pixabay