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Zurück zur Meisterpflicht: Bayerischer Ministerrat beschließt Bundesratsinitiative!

Der Schulterschluss von Baugewerbe und Handwerkskammern war erfolgreich: Am 18. September 2018 hat der Bayerische Ministerrat beschlossen, eine Initiative in den Bundesrat einzubringen, um in ausgewählten, nach der Handwerksordnung zulassungsfreien Handwerken wieder einen verpflichtenden Meisterbrief einzuführen.

Die Bayerische Staatsregierung will damit das Handwerk unterstützen, indem der Meisterbrief gestärkt wird. Damit soll auch dem Fachkräftemangel begegnet werden, indem die Attraktivität von Handwerksberufen gegenüber akademischen Berufen gestärkt wird. 

Erfolg des Bayerischen Baugewerbes

Um den Meisterbrief zu stärken, wird Bayern auf Vorschlag von Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer im Bundesrat einen Entschließungsantrag zur Wiedereinführung des verpflichtenden Meisterbriefs in einzelnen nach der Handwerksordnung zulassungsfreien Gewerken einbringen. In dem Antrag wird die Bundesregierung gebeten, in allen Handwerken, bei denen es fachlich geboten und rechtlich möglich ist, den verpflichtenden Meisterbrief wiedereinzuführen. 

Diese Initiative der Bayerischen Staatsregierung ist ein großer Erfolg des LBB sowie der Bauinnungen, die immer wieder die Wiedereinführung der Meisterpflicht in den betroffenen Bauhandwerken forderten.

Zum Hintergrund

Seit der Abschaffung der Meisterpflicht durch die Handwerksrechtsnovelle 2004 sind das Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerhandwerk, das Estrichlegerhandwerk und das Beton- und Terrazzoherstellerhandwerk zulassungsfreie Gewerke. Dies führte dazu, dass die Ausbildungszahlen und die Anzahl der Handwerksmeister stark zurückgingen. Rund 14.000 in Bayern bei den Kammern eingetragenen Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerbetrieben stehen nur rund 20 neue Fliesenlegermeister jährlich gegenüber. 99 % der neu in den Markt eintretenden Betriebsinhaber haben keinen Meisterabschluss mehr. Die Qualität der ausgeführten Arbeiten ist aus diesem Grund ebenso gesunken.

 

Foto: ZDB