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Interview-Reihe „Digitale Kompetenz am Bau“: 3D-Druck und AR

Wie digital ist das Baugewerbe? Diese Frage beantworten die bayerischen Bauunternehmer in der Interview-Reihe „Digitale Kompetenz am Bau“ selbst. Sie zeigen, dass die digitale Baupraxis so vielfältig ist wie das Bauhandwerk an sich!

Mit 3D-Druck und Augmented Reality zum Wow-Effekt

In dieser Folge erklärt Dipl.-Betriebswirt (FH) Florian Aicham, Geschäftsführer bei Nägele BAU GmbH, im Interview, wie er mit den Tools 3D-Druck und Augmented Reality bei seinen Kunden einen bleibenden Wow-Effekt erzielt.

Herr Aicham, welche digitalen Tools nutzen Sie bereits in Ihrem Betrieb?

Florian Aicham: Es ist immer eine Definitionssache, was digitale Tools eigentlich sind. Im Prinzip ist die Tabellenkalkulation ja auch schon eine digitale Anwendung. Was die „neuen Medien“ angeht, haben wir uns etwa mit unserer Homepage und auf den Social-Media-Kanälen stärker im Netz aufgestellt. Ein ganz zentrales Thema ist bei uns vor allem auch der 3D-Druck und die digitale Visualisierung unserer Projekte via Augmented Reality.

Große Flatscreens und digital gedruckte 3D-Modelle – das sieht alles sehr chic und modern aus. Und doch sind digitale Tools in erster Linie „Werkzeuge“, die eine Hilfestellung im Arbeitsalltag versprechen. Wo helfen Ihre digitalen „Werkzeuge“, ein konkretes Unternehmensziel zu erreichen?

Unser Ziel ist, dass der Kunde am Ende aus dem Verkaufsgespräch geht und sagt: „Wow, so etwas habe ich noch nie gesehen.“ Gleichzeitig wollen wir es dem Kunden möglichst leicht machen, sich unser Produkt vorzustellen. Meine Erfahrung ist: Umso besser er das im Vorfeld kann, desto weniger Probleme treten im Nachhinein auf.

Und dazu gehört neben einer sehr guten Visualisierung auch der 3D-Druck. Diese Tools haben unsere Verkaufsgespräche grundlegend verändert: Der Kunde hat mit dem 3D-Modell des Bauprojekts in der Hand eine ganz andere Wahrnehmung. Dem Feedback zufolge, das wir von unseren Kunden bekommen, haben sich diese Investitionen definitiv gelohnt.

Wie sieht es mit dem Feedback Ihrer Mitarbeiter aus?  

Es ist ganz wichtig, dass die Mitarbeiter den Umstieg auf digitale Prozesse mittragen. Sonst ist Digitalisierung im Unternehmen nicht möglich – wenn nicht die Unterstützung des gesamten Teams vorhanden ist. Ich habe das Glück, dass ich auf ein sehr junges Team bauen kann, das diesen Weg mitgeht und außerdem die vielen Vorteile sieht, welche die digitalen Anwendungen mit sich bringen.

Ist dieser Technik-Optimismus ein Markenzeichen der jüngeren Generation von Fachkräften?

Auf jeden Fall. Hier kommt es uns zugute, dass die Baubranche mit der Digitalisierung einen großen Wendepunkt erlebt – gerade im Hinblick auf das Berufsbild. Vielleicht werden wir dadurch wieder attraktiver für die Jugend, die ja doch technikbegeistert ist, schon mit dem Smartphone aufwächst und einen ganz anderen Zugang zu den neuen Medien hat.

Vielen Dank für das Gespräch!

Das komplette Interview erscheint demnächst in unserer BLICKPUNKT BAU-Ausgabe 3/2018. Außerdem zeigt das Video-Interview vor Ort bei Nägele BAU GmbH, wie die digitalen Tools dort ganz konkret zur Anwendung kommen.

Dipl.-Betriebswirt (FH) Florian Aicham, Geschäftsführer bei Nägele BAU GmbH. Foto: LBB