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Digitalisierung der Baubranche: Neue PwC-Studie

Nach der neuen Studie von PriceWaterhouseCoopers (PwC), der wieder eine Umfrage unter Bauunternehmen, Planern und Projektsteuerern zu „Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Corona in der Bauindustrie" zu Grunde liegt, ergibt sich, dass 75 Prozent der Befragten angaben, dass ihr Geschäft nur wenig oder gar nicht von Corona betroffen ist.

Allerdings kämpfen rund 90 Prozent der Umfrageteilnehmer mit Verzögerungen in der Lieferkette und der Verfügbarkeit von Rohstoffen. Und drei von vier Unternehmen haben Probleme bei der Umstellung auf mehr digitale Zusammenarbeit.

Stand der Digitalisierung

Zwar hat die Corona-Krise durchaus einen Digitalisierungsschub ausgelöst. Da sich aber gleichzeitig die IT in großen Schritten weiterentwickelt hat, wird die Lücke zwischen dem digitalen Potenzial und der Umsetzung im Betrieb nicht kleiner. Den Unternehmen fehlen das Knowhow und die Akzeptanz im Unternehmen. Finanzierungsprobleme sehen nur ein gutes Drittel der Unternehmen.

Nachhaltigkeit wird wichtiger

Die Digitalisierung gilt als ein Instrument bei der Umsetzung nachhaltiger Konzepte. Hier halten mehr als zwei Drittel der Befragten Nachhaltigkeit, Umwelt, Soziales und Unternehmensführung für branchenrelevant. Auf entsprechende Kundenwünsche (zum Beispiel C02-Neutralität) und gesetzliche Vorgaben (EU-Taxonomie und Berichtspflichten) hat sich allerdings bisher weniger als die Hälfte der Befragten eingestellt. 

Bei dem großen Spektrum an Aspekten, die zur Nachhaltigkeit gehören, setzen die Unternehmen ihre Prioritäten gerne im sozialen Bereich, also beim Personal. 

Bewertung

Die Studie enthält eine Fülle von Informationen und spiegelt die Situation in der Baubranche gut wieder (auch wenn die Prozentangaben zu hoch erscheinen, was an der Struktur der befragten Unternehmen liegen dürfte).

Auch die Tendenz vieler Bauunternehmen, beim Umsetzen der Nachhaltigkeit mit den sozialen Aspekten zu beginnen, ist deutlich zu beobachten. Für kleine Unternehmen, die nach EU-Taxonomie (zunächst einmal) nicht berichtspflichtig sind, mag das ein gangbarer Ansatz sein. Bauunternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern dagegen sollten sich unbedingt zeitnah mit dem Umweltaspekt der Nachhaltigkeit, mit der EU-Taxonomie und den technischen Bewertungskriterien für die eigenen wirtschaftlichen Tätigkeiten auseinandersetzen. Es wird Zeit brauchen, die eigene wirtschaftliche Tätigkeit so auszurichten, dass „taxonomie-konform“ gewirtschaftet wird. Zwar wird erwartet, dass Unternehmen mit 250 Mitarbeitern erst 2024 berichten müssen – dennoch berichten Mitgliedsunternehmen, dass sowohl die öffentliche Hand, als auch private oder gewerbliche Bauherren beginnen, nachhaltige Bauwerke und betriebliche Nachhaltigkeitskonzepte von ihren Auftragnehmern zu fordern.

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