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Arbeitsplatzgrenzwert für Dämpfe und Aerosole aus Heißbitumen

Der Ausschuss für Gefahrstoffe im Bundesarbeitsministerium hat einen neuen Arbeitsplatzgrenzwert (AGW) für Dämpfe und Aerosole bei der Verarbeitung von Heißbitumen festgelegt. Dieser wird allerdings für einen Zeitraum von fünf Jahren ausgesetzt.

Neuer Grenzwert: gültig ab 2024

Die Bauwirtschaft (ZDB und HDB) hatten im Vorfeld zur Entscheidung einen Antrag auf eine achtjährige Übergangsfrist gestellt, da der vorgesehene Grenzwert für Dämpfe und Aerosole von 1,5 mg/m³ deutlich unter den derzeit gemessenen Werten liegen würde und nur die Umrüstung bzw. Ausstattung aller Asphaltfertiger mit Absaugeinrichtung bei gleichzeitigem Einsatz von temperaturabgesenktem Asphalt Aussicht auf Erfolg verspräche.

Nach der Tagung des AGS am 19. und 20. November 2019 hat dieser den AGW in einer Höhe von 1,5 mg/m³ (gemessen nach Bitumenkondensat-Standard) für die Bitumensorten Destillationsbitumen und Air-Rectified-Bitumen festgelegt. Dieser Grenzwert wird nunmehr in der TRGS 900 festgeschrieben und durch das BMAS im Ministerialblatt verbindlich eingeführt werden. Darüber hinaus wird dieser Grenzwert für die Bereiche Walz- und Gussasphalt sowie für Bitumen- und Polymerbitumenbahnen bis zum 31. Dezember 2024 ausgesetzt werden.

Branchenlösung von Bauwirtschaft und BG Bau

Damit hat die Branche eine fünfjährige Frist, um diesen festgelegten Arbeitsplatzgrenzwert durch geeignete Maßnahmen wie den Einsatz von abgesaugten Asphaltfertigern umzusetzen und den Einsatz von derzeit noch nicht genormten temperaturabgesenkten Asphalt im Regelwerk zu verankern. In diesem Zusammenhang haben die Arbeitgeber im AGS sehr deutlich zum Ausdruck gebracht, dass eine 5-jährige Übergangsfrist für den AGW nicht ausreichend sein wird.
Es wurde darüber hinaus vereinbart, dass die Bauwirtschaft zusammen mit der BG Bau eine Branchenlösung erarbeitet, die die Möglichkeiten zur Reduzierung von Dämpfen und Aerosolen aufzeigt und damit die Unternehmen bei der Umsetzung unterstützt.

Bewertung: Die Gewährung einer Übergangsfrist von fünf Jahren für die Einführung der neuen schärferen Arbeitsschutzgrenzwerte ist ein Teilerfolg der baugewerblichen Verbände. Die Bauverbände werden nun zeitnah eine Branchenlösung mit Vorgaben für die Umsetzung der neuen Arbeitsplatzgrenzwerte erarbeiten.


Bild: EIBS GmbH